Quellen zur Geschichte des WF – Folge 5 – WF-Akten

Quellen zur Geschichte des WF – Folge 5 – WF-Akten

Aktenbestand im Landesarchiv Berlin

Der größte Aktenbestand zur Geschichte des WF von den Anfängen 1945 bis 1970 befindet sich im Landesarchiv Berlin in der Repositur C 404. 1986 war offensichtlich einmal wieder das Betriebsarchiv im WF aufgeräumt worden und der größte Teil der Akten dem damaligen (Ostberliner) Stadtarchiv in der Breite Str. übergeben worden. Mitgegeben wurde auch die Findkartei zu diesen Akten, die später retrokonvertiert wurden, so dass eine Art digitales Findbuch mit 986 Akteneinheiten erstellt werden konnte, dass demnächst auch online einsehbar sein soll.

Mit der Fusion von Stadtarchiv und dem ehem. Westberliner Landesarchiv 1991 kamen die WF-Akten zum Landesarchiv Berlin und zogen 2001 mit an den Eichborndamm 115-121 um, wo sie heute, sofern nicht gerade pandemiebedingt das Landesarchiv für Besucher geschlossen ist, eingesehen werden können.

1993, nachdem Samsung das WF gekauft hatte, wanderten auch die restlichen Akten des WF ins Landesarchiv, insgesamt 53,5 laufende Meter. Diese Akten warten noch auf eine archivalische Erfassung und sind bislang leider nicht der Forschung zugänglich.

Weder 1986 noch 1993 wurde das Bauakten-Archiv des Werks für Fernsehelektronik „ausgemistet“, es befindet sich nach wie vor auf dem WF-Gelände in der Ostend-Straße – heute im Besitz der DIEAG .

Dieser umfangreiche – von Historikern kaum beachtete – Aktenbestand zur Geschichte des WF erlaubt einen tiefen Einblick in die Wirtschafts- und Sozialgeschichte eines elektrotechnischen Großunternehmens in der DDR , aber weniger in die Technikgeschichte. Einige Akten vermitteln auch Informationen zu technischen Entwicklungen und interessante Ergänzungen zu den Forschungs- und Entwicklungsberichten des WFs, da man den im Landesarchiv erhaltenen Produktionsanalysen entnehmen kann, wann Entwicklungen wirklich umgesetzt wurden. In Hinblick auf Technikgeschichte dürfte aber der Bestand an Forschungs- und Entwicklungsberichten (vergl. Beitrag Quellen zur Geschichte des WF – Folge 3) und das Archiv der Fotostelle (vergl. Beitrag Quellen zur Geschichte des WF – Folge 2) für die Forschung weitaus ergiebiger sein, zumal, wie schon erwähnt, der zugängliche Aktenbestand im Landesarchiv nur bis 1972 reicht.

Das Foto des Gebäudes des Landesarchivs aus dem Jahr 2012 wurde von Fridolin freudenfett (Peter Kuley) aufgenommen und auf Wikipedia eingestellt.

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